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Ein Jahr zum Vergessen!
Das verflixte Jahr 2025! Was kommt danach??
Ich schreibe hier mal meine Gedanken zum vergangenen Jahr des Lommatzscher SV, dem Jahr 2025, nieder. Diese müssen nicht immer richtig sein, aber sie kommen von Herzen. Und mein Herz hängt seit 69 Jahren an diesem Verein, in dem ich seit 1957 Mitglied bin, dass kann man nicht so einfach „abschütteln“.

Das Jahr 2025 war für den Lommatzscher SV das schwärzeste seit dem ich dabei bin. Das sind heute fast 70 Jahre! Und das beziehe ich nicht nur auf den sportlichen Teil, nein auch sonst viel los. Einschneidendes Ereignis der Tod von Eberhard Pöhnitzsch. Er war schon ein Macher, auch nicht fehlerfrei, aber eben ein Macher! Er hat seine Spuren hauptsächlich in der Infrastruktur hinterlassen. Pavillon, Sprecherturm, Klappsitze, Bewässerung und Vieles mehr. Ist schon gigantisch! Doch ich glaube wir müssen wohl viel früher anfangen um Alles zu bewerten.
Nach den sehr erfolgreichen Jahren 2022/2023 zeichnete sich eine Tendenz schon ab, die nach unten führte. Mit den Siegen zum Futsal-Kreismeister und Pokalsieger 2023 schien die Fußball-Welt für uns noch in Ordnung. Doch mit wichtigen Abgängen wie Leon Gottschalk, Leon Oster und Justin Seher und vielen Anderen wurde der Kader immer dünner, ja auch qualitativ immer magerer. Das sollte dann im Abstieg 2024/2025 gipfeln. Der Ausfall von wichtigen Akteuren und der Wechsel von Justin Seher nach Riesa im Sommer 2024 schwächte die Mannschaft sehr stark.

(im Bild Justin Seher)
Aus dem Nachwuchs kam nicht die nötige Zahl der Spieler nach, ja es kam Keiner nach. Auch die Neuzugänge wie Pascal Lassotta (ging später nach Sörnewitz),Leon Oster oder Dominic Grünert konnten die „Löcher“ nicht stopfen. So musste Trainer Dirk Benik mit dem auskommen was da war, und dass war manchmal nicht viel. Klar gibt es immer wieder Verletzungen, Termine die nicht ausfallen können, aber auch das Fernbleiben aus meiner Meinung nach nichtigen Gründen war immer mehr an der Tagesordnung. Deutlichtes Beispiel für mich das Fernbleiben von Mark Brehm am 6.April 2025 zum Heimspiel gegen Stahl Riesa(0:3). Mark schaute sich in Mochau ein Spiel der dortigen Elf an, jetzt spielt er in Mochau, Zufall?
Holte unsere Mannschaft in der Hinrunde noch akzeptable 13 Punkte, so waren es in der Rückrunde noch ganze vier(!!!!!).
Die Rückrunde begann mit der Niederlage in Lampertswalde mit 0:2. Ausrutscher? Schon dort begannen die Besetzungsprobleme Es folgte die Auswärtsniederlage „standesgemäß“ mit 0:5 in Canitz. Dabei stand fast 60 Minuten das 0:0, dann der Einbruch. Schlechte Arbeit über den Winter? Dann für mich das wohl vorentscheidende Spiel in Ebersbach. Eine 1:2-Niederlage läutete die Talfahrt ein, oder konnte sie noch gestoppt werden? Im Heimspiel gegen Tauscha sollte alles anders werden. Man dachte jetzt kommt die Wende.
Die Mannschaft drehte einen 1:3-Rückstand in einen 4:3-Sieg, na bitte, geht doch. Und dass in Unterzahl! Doch dass sollte auch der letzte Dreier der Saison sein.
Im nächsten Spiel ging es auf die „Alm“ nach Barnitz, auch ein Mitabstiegskandidat. Den frühen Rückstand konnte die Mannschaft trotz starker kämpferischer Leistung nicht wettmachen. Barnitz aber immer noch einen Punkt hinter dem Lommatzscher SV.
Dann die 0:3-Klatzsche gegen Stahl. Das Spiel war bis zur 64-Minute noch offen(0:1), dann der Einbruch 0:3! Ohne, siehe oben! Es ging an die Triebisch nach Garsebach. Auch her sah der LSV bis zur 70.Spielminute wie der Sieger aus. 70., 73., 80. Spielminute, plötzlich stand es 2:4 = Endstand! Bezeichnend wie in den letzten Spielen der Abfall in der letzten Viertelstunde, den letzten 20 Minuten. Konditionsfrage, Konzentrationsfrage – Trainingsbeteiligung? Im nächsten Spiel gegen Spitzenreiter Kreinitz hingen die Trauben wieder sehr hoch, obwohl zur Pause noch ein wenig Hoffnung bestand (1:2). In nur 5 Minuten machten die Gäste dann „den Deckel drauf“, am Ende 1:5. Auch bei Fortschritt-West keimte zur Pause noch Hoffnung(2:3), am Ende 3:5, es gab Nichts zu holen, wieder einmal! Zu Hause gegen den Berbisdorfer SV keimte leise Hoffnung nach der Führung bereits nach 4 Minuten. Die Gäste glichen bis zur Pause aus, machten noch zwei „Buden“ in Halbzeit zwei, LSV wieder zweiter Sieger! Auf der Bank mit Daniel Siebenlist wieder nur der Co-Trainer, sein Chef Dirk Benik musste von Beginn an auflaufen!

(Trainer Dirk Benik in Aktion)
So ging es dann bis zum Saisonende weiter. Tiefpunkt für mich das Spiel in Weinböhla. Hatte man im Hinspiel noch ein 3:3 erreicht so gab es heuer eine 0:8 Klatsche! Ganze elf Spieler fehlten hier mehr oder weniger bedingt! Beide Trainer mussten von Anfang an ran, dazu noch der Vereinsvorsitzende Frank Rennert, der wieder aktivierte Torwart Tobias Neumann. Klaus Arnold, Urgestein der Schiedsrichtergilde: „Hut ab, dass ihr überhaupt angetreten seid.“
Ex-Lommatzsch-Spieler Sven Huste standen die Tränen in den Augen. Na wo waren sie denn alle, wo sind sie geblieben? Verletzt, arbeiten, Lehrgang, Geburtstag, keinen Bock? Das Fehlen zeigt die Einstellung Einiger zum Lommatzscher Fußball, zu ihren Mitspielern, zur Mannschaft allgemein.
Endspurt in der Meisterschaft, noch zwei Spiele die den Klassenerhalt bringen können. In Gröditz und in Zabeltitz!
In Gröditz lieferte die Mannschaft ein Kampfspiel erster Sahne ab. Es gab Nichts zu verlieren, die Gastgeber konnten heute die Meisterschaft klar machen. David gegen Goliath! Noch mehr Vergleiche sind möglich. Unterm Strich bringt der LSV einen Punkt mit nach Hause (0:0). Dieser lässt die Möglichkeit zum direkten Klassenerhalt offen. Alle Eingesetzten verausgaben sich bis zum Letzten. Warum erst jetzt, warum erst wenn dir das Wasser bis zum Halse steht?
Entscheidung in Zabeltitz! Der LSV muss nur gewinnen, damit hält er die Klasse. Wollen denn dass alle? Gewinnen ja, Kreisoberliga ja- nein? Mir persönlich fehlte so die letzte Überzeugung dass es alle auch so richtig wollen. In der letzten Mannschaftssitzung kein klares Bekenntnis. Das Spiel geht 0:3 verloren. Die erste Möglichkeit haben die Gastgeber, Enrico Schade hält glänzend.

(Enrico Schade war immer eine Stütze der Mannschaft)
Die nächsten drei Chancen hat der LSV, drei Hochprozentige. Geldner scheitert mit schwachem Schuß am Keeper, Wolf zieht freistehend drüber. Halbzeit zwei gehört den Gastgebern. Mit dem 0:1 ist der Widerstand des LSV und wohl auch die Moral gebrochen. Abstieg!
Ursachenforschung, wer geht, wer bleibt- das Ergebnis kennen wir. Mehr im folgenden Abschnitt.
Abstieg, was nun, wie nun weiter!
Die fast komplette Mannschaft verlässt den LSV. Überzeugung Klassenerhalt, siehe oben meine Zweifel, waren angebracht. Die letzte gemeinsame Aussprache in Kabine „Neun“ war eine Offenbahrung! Einige hatten da schon das Hintertürchen gefunden.
Lediglich Jamie Hofmann (er fehlte aber auch regelmäßig aus versch. Gründen sehr oft) hatte rechtzeitig seinen Wechsel nach Meißen angekündigt und nun auch vollzogen. Justin Seher( ging schon nach der letzten Saison), wird bei Stahl Riesa 1. sofort zum Stammspieler, richtige Entscheidung Justin! Die meisten Anderen verstreuen sich rund um Lommatzsch. Nur vorübergehend?
Der Vorstand hatte für die Kreisliga gemeldet. Musste nun seine Mannschaft zurück ziehen. Geldstrafe! Dass gabs im Lommatzscher Fußball noch nie, noch nie! Schon nach Ostern hatte der Vorstand die Fühler ausgestreckt zwecks einer Spielgemeinschaft. Überall Absagen! Ja dass ist dann so, wenn du anderen helfen kannst z.B, SpG im Nachwuchs) bist du gefragt, wenn du selbst mal Hilfe brauchst …. !
Es wird weitergehen, es muss weitergehen. Auch die Fehler die im Vorstand gemacht wurden müssen analysiert werden. Manche Ikone hat auch nicht Alles richtig gemacht, nicht die richtige Entscheidung getroffen. Ist alles menschlich! Der Vorstand konzentriert sich jetzt auf die Nachwuchsarbeit, dort sind wir gut, nicht sehr gut!
Eine AG Männerfußball wird installiert, sie soll Kontakte aufnehmen, Kontakte pflegen mit Blick auf eine vorübergehende Spielgemeinschaft Männerfußball. Weiterhin muss die Arbeit jetzt auf den Nachwuchs konzentriert werden, so dass der Verein aus eigener Kraft wieder nach oben kommt.
Die Übungsleiter im Nachwuchs leisten sehr gute Arbeit, aber es wird noch zwei, drei Jahre dauern bis ihre Spieler im Männerbereich Fuß fassen können. Die Geduld müssen wir aufbringen. In dieser Zeit könnte vielleicht eine SpG eine sinnvolle Übergangslösung sein. Vielleicht kehrt dann der Eine oder Andere zum LSV zurück. Alle werden es wohl nicht sein, müssen es auch nicht, wenn man in Ruhe aufbauen will. Quertreiber, Egoisten sind jetzt fehl am Platze!
Wie konkret weiter?
Was müssen wir jetzt tun? Erster Schritt war die Bildung einer AG Männerfußball. Dort arbeiten viele mit, die den Lommatzscher Fußball wieder nach oben führen wollen. Der Vereinsvorsitzende Frank Rennert, der Abt.-Leietr Fußball Robert Benz, Nachwuchstrainer wie Doreen Duda, Daniel Siebenlist und viele andere.

( Frank Rennert muss schwere Zeiten überstehen und auch meistern)
Wir müssen einen Plan aufstellen“ Wie Weiter“. Nachwuchsarbeit ausrichten auf Zukunft, Nachhaltigkeit als langfristiges Ziel. Gespräche führen mit Vereinen zwecks der Bildung einer vorübergehenden Spielgemeinschaft „Männer-Fußball“. Das was uns im letzten Jahr widerfahren ist muss sich nicht wiederholen- Abblitzen bei „befreundeten“ Vereinen.
Der LSV setzt auch auf die Unterstützung der Gönner und Sponsoren. Haben diese doch in der Vergangenheit bewiesen, dass sie zum LSV stehen( z.B.siehe Inst. LSV-Bus). Auch sind wir auf die Unterstützung unserer Stadt angewiesen. Haben wir doch in der Vergangenheit mit Frau Dr. Maaß einen guten Faden gesponnen. Sie hat auch den Neubau unseres Sportheimes mit angekurbelt. Hoffen wir auf die Nachfolger:innen in der Stadtverwaltung.
Wir als LSV werden das Terrain nicht kampflos preis geben!
In diesem Text muss nicht Alles richtig sein, nicht alles muss man auch nicht auf die „Goldwaage „ legen, aber wir müssen was tun, wir müssen handeln. Unsere „Gegner“ werden sich die Hände reiben. Aber es gibt doch viel mehr Anhänger die uns unterstützen wollen, oder? Ehemalige die in Lommatzsch das Fußball spielen erlernten, die jetzt hohe Funktionen in anderen Vereinen ausüben. Auf die können wir doch bauen, oder!?